Unsere Schule erzählt Geschichte

Unser Schulhaus

Das Ferdinandeum ist ein viergeschossiges, 20-achsiges Gebäude mit zwei Innenhöfen und Pfeilerarkaden. Es entstand im 17. Jh. aus drei vereinigten Häusern (Candit Juliani, Domenico Torre), wurde im 18. Jh. um ein weiteres erweitert und 1863–70 durch Geschäftstüren und ein zusätzliches Stockwerk (Joseph Mixner) umgestaltet. 1965–67 passte Oskar Sgustav es für schulische Zwecke an.

Die Fassade wurde erneuert, am Tor erinnert eine Tafel an Johann Joseph Fux. Rück- und Nordwestseite zeigen mittelalterliche Strukturen wie Blutgässchen, Doppelmauer und Terrainstufe. Walmdächer und Arkadenhöfe prägen die Grazer UNESCO-Dachlandschaft; ein spätbarockes Stiegenhaus verbindet die Geschosse. Seit dem Abriss der Färberkaserne 1904 tritt der Bau am Färberplatz hervor.

Das denkmalgeschützte Schulhaus verbindet Bildung und Musik mit der Pflege seiner historischen Substanz, die in den letzten Jahrzehnten mehrfach sorgfältig restauriert wurde.

Die Schenkung

„Zur Behebung des Mangels an gelehrten Leuten, nachdem die Ketzerei zum großen Schaden der Seele gewütet, habe sich der Landesfürst entschlossen, ein ‚Kollegium‘ oder sogenannte ‚Bursa‘ für studierende Jünglinge aufzurichten

und zu diesem Ende die beiden aneinander grenzenden Häuser des Jakob Schränkhl und des Salzburger Erzpriesters in der Färbergasse angekauft, deren erstgenanntes fortan aller Dienste und ‚Zinsungen‘ ledig sein sollte.“

Diesem Ansinnen Erzherzog Ferdinands II, festgelegt im Stiftungsbrief 1602, verdankt das Ferdinandeum seine Entstehung.

Für das Ferdinandeum wurde 1596 zunächst das Haus des Erzpriesters Otto von Teuffenbach und das des Jacob Schränkhl erworben.

Der Komponist Johann Joseph Fux

Von 1588 – 1684 sind nicht weniger als 2400 “Ferdinandisten” nachweisbar, deren berühmtester zweifellos Johann Joseph Fux war.

Wohl um 1660 im oststeirischen Hirtenfeld geboren, verließ er heimlich (“pro-fugit clam”) das Ferdinandeum in Graz und erreichte über Ingolstadt Wien.

1696 wird er Organist des Schottenklosters (bis 1702; Schottenstift), dann 1698 gegen erheblichen Widerstand der italienischen Musikerpartei von Leopold I. zum Hofkomponisten. 1711 Vizehofkapellmeister und 1715 Hofkapellmeister Karls VI.

Am 13.2.1741 stirbt er in Wien.

Fux hat der Nachwelt über 500 Kompositionen hinterlassen. Er schrieb zwischen 1700 und 1713 – 19 Opern und 10 Oratorien. Seine Zauberoper „Angelica vinitrice di Alcina“ wurde 1985 im Grazer Opernhaus aufgeführt.

Aus Kunst und Geisteswissenschaften aus Graz herausgegeben von Karl Acham; Böhlau Verlag Wien

Unsere Schulgeschichte

Unsere Schulmauern sind alt und sie fördern bei jeder Gebäudesanierung ungeahnte Erkenntnisse zutage.

Es lohnt sich aber in jedem Fall, sich mit einer mehr als 400jährigen interessanten Schulgeschichte zu beschäftigen.

1596 – Erzherzog Ferdinand kauft für das 1574 gegründete Jesuitenseminar das Stadthaus der Teuffenbach und das Schränkl-Haus.

1602 – unterzeichnet er die Gründungsurkunde des Ferdinandeums als Konvikt für die an der Jesuiten-Universität Studierenden

1619 – Erzherzog Ferdinand zieht, zum Römisch – Deutschen Kaiser gewählt, nach Wien

1634 – Schwarzblatterbseuche in Graz, fast 1000 Todesopfer, Schulen gesperrt

1637 – Begräbnis Ferdinand II in Graz

1657 – Großbrand im Ferdinandeum

1735 – Beginn des Umbaus des Ferdinandeums, Erweiterung durch das gräfl.Schärffenbergische Stadthaus

1758 – Abschluss des Umbaues mit 2 Stockwerken, Mitteltrakt, zwei Höfen und Tor zum Unversitätsgarten

1773 – Abschaffung des Jesuiten Kollegs

1776 – Verlegung des Mädchenwaisenhauses mit Schlule im Ferdinandeum

1785 – K.K Normalhauptschule mit Präparandie im Ferdinandeum

1856 – Verlegung derselben in den Stainzerhof, im Ferdinandeum Bauschäden

1860 – Das Ferdinandeum wird Eigentum der Stadtgemeinde Graz

1869 – Abschluss der umfassenden Renovierung

1870 – Landesbürgerschule im Ferdinandeum

1874 bis 1875 – Aufbau eines dritten Stockwerks

1895 – Die Landesbürgerschule wird eine öffentliche Bürgerschule

1914 bis 1918 – militärische Einquartierung

1918 – Rückkehr der Mädchenschulen, im Südtrakt Flüchtlingswohnungen

1927 – Hauptschulgesetz

1935 – Rückkehr der Knaben Hauptschule, Mädchen Hauptschule in der Brockmanngasse

939 bis 1945 – Städtisches Wirtschaftsamt und Wohnparteien im Ferdinandeum

1949 und 1951 – Rückkehr der beiden Volksschulen und der Knaben-Hauptschule

1961 – Freimachung privat bewohnter Klassenzimmer für den ungeteilten Unterricht(nur vormittags)

1962 – Erstellung eines großzügigen Renovierungs – und Umbauplanes

1973 – Einführung der ersten Musikklasse als Schulversuch

2002 bis 2003 – Sanierung des Gebäudes sowie eine Reihe von Brandschutzmaßnahmen

2019 – Umzug der EDV Schwerpunktschule nach St. Leonhard; Umbaubeginn des Hauses zu einem barrierefreien Gebäude

2023 – 50 Jahre Musikmittelschule am Ferdinandeum in Graz, Festakt im Orpheum